
Rebsorte
WeißweinGrauburgunder
- Herkunft
- Burgund, Frankreich
- Bei uns
- 3 ha
- Typ
- Weißwein
Im Glas
Aromaprofil
Der Grauburgunder ist eine Mutation des Spätburgunders — eine Laune der Natur, die irgendwann im Burgund passiert ist und die Weißweinwelt nachhaltig verändert hat. Genetisch ist er nahezu identisch mit dem Spätburgunder, aber die Beeren sind grau-rosa statt tiefrot, und der Wein ist weiß statt rot. Weltweit wird er als Pinot Gris oder Pinot Grigio vinifiziert, mit einem Stilspektrum, das vom schlanken, frischen Grigio bis zum schweren, barocken Gris aus dem Elsass reicht.
Bei Weingut Clemens wächst der Grauburgunder auf 3 Hektar der Sulzheim Steillage auf tiefgründigem Lößlehm. Dieser Boden ist die Erklärung für den Stil unserer Weine: Lößlehm speichert Wasser und gibt Wärme langsam ab — das fördert einen vollmundigen, cremigen Weinstil mit weicher Säure. Wir bauen ihn in großen Holzfässern aus, ohne neue Barriques. Das Holz gibt keine Aromen, es rundet lediglich die Textur ab.
Das Ergebnis ist ein Grauburgunder, der in der Mitte liegt: kräftiger als ein leichter Grigio, zugänglicher als ein schwerer elsässischer Gris. Er hat Körper, aber keine Schwere. Die Haselnuss-Note im Abgang ist sortentypisch und entsteht durch den Reifeprozess im Holz, nicht durch Oxidation.
Oft wird Grauburgunder unterschätzt, weil er weder die Säurespannung des Rieslings noch die Eleganz des Weißburgunders hat. Das stimmt — aber er hat etwas anderes: Schmelz. Am Tisch zu Risotto, Fisch in Buttersauce oder gereiftem Hartkäse ist er die richtigere Wahl als mancher trockenere Weißwein.
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