Direkt vom Winzer Versand in 2-3 Tagen Sichere Zahlung via Stripe

Ratgeber

Wein richtig lagern

Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit — worauf es bei der Flaschenlagerung ankommt.

Selina Clemens · 4 Min Lesezeit

Wein ist ein lebendiges Produkt — er verändert sich in der Flasche, ob man will oder nicht. Die Frage ist nur, ob diese Veränderung in die gewünschte Richtung geht. Gute Lagerbedingungen sind keine Luxus-Angelegenheit für Sammler. Wer auch nur ein Dutzend Flaschen zu Hause hat, sollte die Grundregeln kennen.

Was dem Wein schadet

Licht ist der sichtbarste Feind. UV-Strahlen zersetzen Aromastoffe und beschleunigen unerwünschte Oxidation. Aus diesem Grund sind Weinflaschen braun oder grün gefärbt — aber das schützt nur begrenzt. Eine Flasche, die dauerhaft in direktem Sonnenlicht steht, leidet messbar. Dunkle Lagerung kostet nichts extra.

Temperaturschwankungen sind gefährlicher als ein konstant erhöhtes Niveau. Ein Wein, der im Sommer täglich zwischen 14 °C und 24 °C pendelt, altert ungleichmäßig und verliert Frische deutlich schneller als einer, der konstant bei 16 °C lagert. Die Ausdehnung und Kontraktion setzt den Korken unter Stress.

Zu hohe Temperaturen beschleunigen chemische Prozesse im Wein, die sonst Jahre dauern sollten — der Wein altert schnell und unstrukturiert. Über 20 °C dauerhaft ist für Lagerweine problematisch.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit trocknet den Korken aus. Ein trockener Korken schrumpft, Luft kommt in die Flasche, der Wein oxidiert. Deshalb lagert man Flaschen liegend — damit der Wein den Korken von innen feucht hält.

Ideale Bedingungen

  • Temperatur: 10–14 °C, möglichst konstant
  • Luftfeuchtigkeit: 60–75 %, damit der Korken nicht trocknet
  • Licht: dunkel oder gedimmt, kein direktes Sonnenlicht
  • Lage: liegend (bei Korkenflaschen), stehend nur bei Schraubverschluss oder kurzfristiger Lagerung
  • Erschütterungen: minimal — ein Keller unter einer Hauptstraße ist suboptimal

Praktische Lösungen

Einstiegsweine für 1–2 Jahre: Ein kühles, dunkles Regal im Keller oder einem Nord-Zimmer reicht völlig aus. Temperaturen um 16–18 °C sind akzeptabel, wenn sie stabil bleiben. Das gilt für unsere Gutsweine — Silvaner, Müller-Thurgau, Dornfelder. Die sind nicht für Dekaden gemacht, sondern für den Genuss in den nächsten Monaten.

Reserveweine für 5–10 Jahre: Hier lohnt sich ein Weinklimaschrank. Günstige Modelle gibt es ab etwa 200 Euro, halten konstant 12 °C und 65 % Luftfeuchtigkeit. Für unseren Spätburgunder Reserve oder den Riesling Kupferberg, die durchaus 7–10 Jahre brauchen, um ihr volles Potenzial zu zeigen, ist das eine sinnvolle Investition.

Süßweine und gereifte Rieslinge für 20+ Jahre: Hier gelten andere Regeln. Diese Weine sind so zuckerreich und säurereich, dass sie auch unter suboptimalen Bedingungen überleben. Trotzdem: Wer Auslesen oder Trockenbeerenauslesen kauft, sollte sie konsequent kühl und dunkel lagern.

Ein Mythos, den ich gerne zerlege: Nicht jeder Wein wird mit dem Alter besser. Schätzungen zufolge sind weltweit nur 5–10 % aller produzierten Weine überhaupt lagerfähig — das heißt, sie gewinnen tatsächlich Komplexität und Struktur über Jahre. Der Rest verliert mit der Zeit an Frucht und Frische. Wenn auf der Rückseite kein Hinweis auf Lagerung steht, trinken Sie den Wein lieber in den nächsten zwei Jahren.

Wir kennzeichnen bei unseren Weinen, welche für sofortigen Genuss und welche für Lagerung gemacht sind. Im Zweifel fragen Sie uns — lieber einmal nachgefragt als zehn Jahre gewartet und dann enttäuscht.

Jetzt entdecken

Zu unseren Weinen

Sortiment ansehen →

Rheinhessen im Postfach

Zweimal im Jahr schicken wir Ihnen persönliche Nachrichten vom Weingut: neue Jahrgänge, Hoftage, Rezepte. Keine Werbung, kein Spam.