
Lage
Sulzheimer Schildberg
- Boden
- Rotliegendes (Porphyr)
- Exposition
- Südwest
- Höhe ü. NN
- 210-280 m
- Größe
- 4 ha
Der Sulzheimer Schildberg ist die kleinste der drei Lagen — vier Hektar, die in keinem Verhältnis zu ihrer Bedeutung für das Weingut stehen. Wer die Parzelle das erste Mal betritt, versteht sofort, warum der Name sich gehalten hat: Der Boden leuchtet rötlich-kupferfarben, an manchen Stellen fast ockerorange, wo der verwitterte Porphyr an die Oberfläche drängt. Es ist kein dekorativer Zufall, sondern Geologie — das Rotliegende, das hier ansteht, entstand vor rund 270 Millionen Jahren, als in der Permzeit vulkanische Schmelzmassen erstarrten und zu Porphyr wurden.
Dieser Untergrund ist das Gegenteil des Lößlehms unten in Sulzheim. Er speichert kaum Wasser. Die Böden sind flachgründig, steinig, nährstoffarm. Wer hier Reben pflanzt, zwingt sie von Beginn an zur Anstrengung. Das klingt hart, und das ist es auch: Der Ertrag bleibt dauerhaft unter 45 Hektoliter pro Hektar, in trockenen Jahren deutlich darunter. Die Wurzeln müssen in die Tiefe gehen, suchen sich Wege durch den Porphyrschutt, zapfen Feuchtigkeit aus Rissen im anstehenden Gestein.
Genau das macht den Schildberg-Riesling zu dem, was er ist. Die Trauben konzentrieren sich auf das Wesentliche — wenig Zucker, wenig Volumen, aber eine salzige, steinige Mineralik, die kein anderer Boden im Betrieb so klar herausarbeitet. Selina Clemens beschreibt es so: Der Wein schmeckt nach dem Boden, nicht nach der Rebe.
Der erste Schildberg-Riesling unter eigenem Label wurde 2005 abgefüllt, im Jahr nach dem Kellerneubau. Heute ist er das Flaggschiff des Sortiments — 22,00 Euro, Auflage unter 3.000 Flaschen pro Jahrgang. Er vergärt spontan mit Weinbergshefe, reift 18 Monate auf der Feinhefe in alten Stückfässern, kommt ungefiltert auf die Flasche. Beim AWC Vienna 2025 erhielt dieser Wein eine Goldmedaille.
Die Lage wird monosortig mit Riesling bestockt. Das war eine bewusste Entscheidung Anfang der 1990er Jahre, als die alten Hybridreste gerodet wurden. Die Reben stehen heute zwischen 30 und 45 Jahren alt — das Fundament, auf dem dieser Wein basiert.
Bodenprofil
Was unter den Reben liegt
Drei Schichten, von oben nach unten. Die Reben wurzeln quer durch alle — das prägt den Wein mehr als jede Kellertechnik.
Impressionen
Durchs Jahr

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